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CAVE 61 Jazzclub - Dirik Schilgens JazzGrooves

  • ALTES THEATER Heilbronn Lauffener Straße Heilbronn, BW, 74081 Germany (map)

DYNAMIK UND GROOVE - Die Musik der Band Jazz Grooves um den Heidelberger Drummer Dirik Schilgen bietet eine Verbindung verschiedenster Stilrichtungen, mal brasilianisch verjazzt, mal Bebop-inspiriert, mal ekstatisch, aber immer zusammengehalten von der Liebe zum Melodischen

DIRIK SCHILGENS JAZZGROOVES
Donnerstag, 4. Februar 2016
Einlass: 18:30 Uhr
Konzertbeginn: 20 Uhr
im ALTEN THEATER Heilbronn, Sontheim
Tickets online, hier klicken: RESERVIX

So deutlich die Bläser Thomas Siffling (Flügelhorn, Trompete) und Matthias Dörsam (Saxofon) in diesem Quintett auch hervorgehoben sein mögen, so wenig sind Pianist Daniel Brandl, Bassist Matthias Debus und Bandleader und Drummer Dirik Schilgen untergeordnet. Sie bereiten den Bläsern Reibung und verschaffen den Eigenkompositionen eine musikalische Dramaturgie.

Die Jazz Grooves machen eine im althergebrachten Sinn schöne Musik, mit einer gediegenen Ausgewogenheit von Dynamik, Groove und Wohlklang, die unbedingt auch ihre rauen Seiten braucht.

Volker Deglmann - Trompete, Flügelhorn
Matthias Dörsam - Tenor und Sopran Saxophon
Daniel Prandl - Piano
Matthias Debus - Bass
Dirik Schilgen – Schlagzeug/Percussion

JAZZ: Starke CD „On The Move“ von Drummer Dirik Schilgen
Beseelter Hardbop

Von unserem Redaktionsmitglied Georg Spindler

Von allen guten Geistern - nein, wahrlich nicht verlassen, sondern vielmehr beseelt zeigt sich Dirik Schilgen mit seiner Band Jazzgrooves auf deren aktuellem Album "On The Move".  Der Heidelberger Schlagzeuger präsentiert darauf einen modernen, aufgeklärten Hardbop-Stil, der bluesgetränkte Ohrwurm-Themen und gospelbeeinflusste Akkord-Folgen mit rhythmischen Vertracktheiten und harmonischen Raffinessen anreichert.  Man fühlt sich angenehm erinnert an die wunderbare Musik, die Joe Henderson, Kenny Dorham oder Freddie Hubbard Anfang/Mitte der 1960er Jahre für das Blue-Note-Label aufgenommen haben. Schilgen gelingt es, diese Tradition mit verblüffender Authentizität zu aktualisieren - und sie zugleich um eigene Klangkreationen zu erweitern: eine rhythmische Komplexität, die Schilgen sich bei seiner Beschäftigung mit lateinamerikanischer Musik angeeignet hat, und ein verfeinertes Formgefühl für Kompositionen, die Konventionelles mit Kühnheit verbinden.

Spannungsvolle Soli
Da laufen gefällige Blues-Melodien wie im Titelstück auch mal etwas außerhalb der Harmonien über sperrige Rhythmus-Katarakte, oder die sonnige Atmosphäre eines Themas kontrastiert mit einem düsteren Mittelteil wie in "From North". Eine Einladung zu spannungsvollem Improvisieren, die Pianist Daniel Prandl gerne annimmt; er setzt fließende Läufe gegen stockende Akkordflächen, die jäh in fein ziselierten Melodieschnörkeln und raffiniert eingestreuten Dissonanzen münden. Der Pianist ist nicht der Einzige, der mit inspirierten Soli aufwartet. Matthias Dörsam, dessen geschmeidiger, "schwarz" klingender Ton aufhorchen lässt, tänzelt mit rhythmischer Souveränität und swingender Leichtigkeit durch Schilgens Stücke. Während Matthias Debus am Kontrabass auf ganz traditionelle Art sonore Tieftonakzente setzt, sorgt der neue Mann in der Band, Volker Degelmann, mit effektvoll platzierten Pausen, zerrender Expressivität und strahlendem Trompetenklang für viel Dramatik. Und der Bandleader, ein Filigrantechniker an seinem Instrument (das bei ihm so gar nicht wie ein "Schlag-Zeug" klingt), leitet das Ensemble locker swingend und stets groovend - fast wie von Geisterhand. (Bild: SChilgen)

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.08.2015